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Zeit für die Emanzipation einer Region

Mit 21 Jahren von Einsiedeln nach Zürich weggezogen, schlägt mein Herz für den Bezirk rund um das Benediktinerkloster auch in der neuen Heimat weiter – fast noch stärker als früher. Und geht es diesem Ort an den Kragen, macht das mich auch mal wütend.



Ein aufgeregter Text mehr oder weniger mag genauso unwichtig sein, wie ein Regionalspital mehr oder weniger. Erst recht schreibe ich ihn. Zu traurig macht mich die Arroganz einer vom Geld verblendeten Regierung.


In einem stinkreichen Kanton eines stinkreichen Landes ausgerechnet eine Region zu beuteln, der 240 Arbeitsplätze guttun, ist traurig. Die Rentabilität im Gesundheitswesen ist das Eine. Das Andere: Wie kommt eine Regierung darauf, einer ganzen Region auf eigenem Kantonsgebiet den Atem zu nehmen?



Das macht nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch keinen Sinn. Das kann aber ein Kanton, dem die gemeinsame Kultur fehlt und der finanziell geblendet ist.


Arrogant ist, vermeintlich reiche Steuerzahler auf Kosten einer etwas ärmeren Region gesundheitlich näher und damit besser zu versorgen. Verblendet ist, bei den Potenzialen der Regionen nicht hinzuschauen. Wer entwickelt sich mehr in Zukunft – die bereits zugebauten, seelenlosen Seebezirke oder ein naturnaher Lebensraum?


Leben spielt sich nicht einfach ab, weil Einkommensstarke teuren Boden kaufen. Leben spielt sich dort ab, wo Kultur passiert. Das kann ein Welttheater sein, das kann ein Schlag Mensch sein. Mein Verdacht: Der kulturelle Urkomplex der anderen Schwyzer Kantonsteile tritt an den Tag.



Endlich ergibt sich die Gelegenheit, die in vielerlei Hinsicht spannendste Region in der Mitte des Kantons Schwyz zu beuteln. Oder ergibt sich endlich die Gelegenheit für die Region Mitte, sich von diesem seltsamen kantonalen Überbau zu emanzipieren? Ein verlässlicher Partner ist der Kanton offensichtlich nicht.


Jetzt geht es für die Einsiedler darum, zusammen Selbstvertrauen zu erlangen, sich seiner Stärken bewusst und auf sie stolz zu sein sowie verlässliche Partner zu finden. Wirtschaftlich sowieso und wenn nötig auch politisch.



Das Regionalspital, über 200 Arbeitsplätze und die Gesundheitsversorgung einer Region mit riesigem Potenzial zu retten, ist hoffentlich die erste gelungene Aktion auf dem Weg in die Zukunft Einsiedelns.

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