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Der Aufstand hat noch längst kein Ende

Heute ist wieder Gedenktag an «Stonewall». Während inzwischen der ganze Juni als «Pride Month» gilt, begann heute vor 54 Jahren in New York ein Kampf Homosexueller und anderer Minderheiten, der längst noch nicht zu Ende ist.


Schon letztes Jahr habe ich zum Christopher Street Day was geschrieben. Viel anderes gibt es heute nicht darüber zu schreiben – ausser, dass die Khur Pride erst 2024 wieder stattfindet und ich es 2023 wieder an die Zurich Pride schaffte.


Weil ich dieses Jahr an Veranstaltungen in der Schweiz recht unpolitisch unterwegs und mit mir selbst beschäftigt war, habe ich mir für heute und hier drei Länder ausgesucht, in denen es die LGBTQIA+ Community besonders schwer hat.



Uganda


In Uganda ist Sex zwischen Frauen (seit 2000) ebenso wie Sex zwischen Männern (seit 1894) illegal – verboten ist auch heterosexueller Anal- und Oralsex. Seit 2005 gilt die Situation für die Community als sehr schwierig: Polizei und Strafverfolgungsbehörden schüchtern Homosexuelle ein, lesbische Frauen und schwule Männer werden verfolgt und drangsaliert.


Religiöse Gruppen, Politiker:innen und Medien hetzen gegen die Community und führen Zwangsoutings durch. Erst 2013 rückte die Situation von Ugandas Queers ins weltweite Interesse, als ein Gesetz erlassen werden sollte, das zwar vorerst annulliert wurde, nun aber eingeführt wird. Dadurch wird die Todesstrafe für Homosexualität möglich. Andere afrikanische Länder wie Kenya lassen sich davon begeistern.



Russland


2013 verabschiedete die Duma das Homo-Propaganda-Verbot für ganz Russland. Darunter fallen das Schwenken der Regenbogenfahne oder eine öffentliche Befürwortung von Homosexualität im Beisein von Kindern. 2020 unterzeichnete Präsident Putin ein Gesetz, das die homosexuelle Eheschliessungen künftig praktisch unmöglich macht. Auch im Ukraine-Konflikt nutzt Russland die Hetze gegen Homosexuelle.


Russland wirkt zwar tief homophob, die regionalen Unterschiede sind aber signifikant. Moskau hat eine grosse Schwulenszene. Hier demonstrieren die Kunst- und Kulturszene gemeinsam mit Aktivist:innen gegen das queerfeindliche Regime. Die russische Teilrepublik Tschetschenien dagegen gilt aufgrund der systematischen Verfolgung und Ermordung Homosexueller als einer der queerfeindlichsten Regionen der Welt.



Türkei


Traditionell gegen die Community eingesetzte Verbote von «Unsittlichkeit, Exhibitionismus und Erregung öffentlichen Ärgernisses» bestehen in der Türkei trotz Gesetzesänderungen weiterhin. Die Gewalt hat merklich zugenommen: Banden suchen in schwulen Cruising-Gegenden und Internetangeboten gezielt nach Opfern. Die Polizei reagiert selten angemessen, gibt den Opfern manchmal selbst die Schuld oder schikaniert sie.


Trotz (oder wegen) der staatlichen Repressalien wächst die Zahl der LGBTQIA+ Organisationen und studentischen Clubs laufend. Gleichzeitig steht das multikulturelle Instanbul für Morde an Transfrauen und Polizeigewalt an Prides.



Als Quelle und Inspiration half mir der Gay-Reiseführer Spartacus, den ich schon immer auf Reisen dabei hatte – früher als dicker gedruckter Schinken, heute als App.

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