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Keine Blumen fürs Velo

17. Dez. 2025
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Juli

Eine Woche vor Heiligabend war Landratssitzung. Wiedermal stand die Heilige Kuh Strassenverkehr auf der Traktandenliste. Dieses Mal mit einer Lösung für das Problem. Also war ich mit einem Votum an der Reihe.


Den Memorialsantrag «Für attraktivere Velorouten» reichte die Grünliberale Partei schon am 22. November 2023 ein. An der Sitzung vom 17. Dezember 2025 ging es um die Empfehlung des Landrats zuhanden der Landsgemeinde vom 3. Mai 2026.



Gleich vorneweg: Es gab wieder keine Blumen für mich. Auch deshalb kommt noch vor der Langweiligkeit des Votums eines Schweizer Lokalpolitikers die Schönheit österreichischen Musikschaffens dran.



Herr Präsident

Meine Damen und Herren


Im Namen der SP-Fraktion beantrage ich, den Memorialsantrag «Für attraktivere Velorouten» der Landsgemeinde zur Annahme zu unterbreiten.


Ich weiss: Zweckbindung ist vielen ein Dorn im Auge. Aus meiner Wahrnehmung vor allem dann, wenn es um Umweltschutz geht. So heisst es auch in den Unterlagen zu diesem Geschäft, es sei auf eine Finanzierung auf Vorrat zu verzichten, Vergleiche mit Städten seien nicht zielführend, oder es wird das Bild von einer teuren Infrastruktur gezeichnet, die nicht dem Bedarf entspreche.


Dabei geht es doch darum, mehr, bessere und sichere Velowege zu bauen, um den MIV wirksam vom Stau zu entlasten. Und zwar in weniger Zeit, als wir auf die Umfahrungen warten. Für diese eventuellen Umfahrungen haben wir letzte Woche eine Finanzierung auf Vorrat beschlossen, obwohl sie in 20 Jahren vielleicht nicht mehr dem Bedarf entsprechen. Weil wir bis dann gelernt haben, dass auch auf dem Land das Velo das praktischste Verkehrsmittel ist. Wie am ESAF 2025 , als das Glarnerland temporär zur Stadt wurde.


Ich wechsle vom Schwingen zu zwei anderen Sportarten. Früher waren die Schlittler:innen noch Randgruppen am Schul-Skitag . Heute ist Schlitteln voll beliebt. Früher war Wandern was für Pensionierte, heute ist es zum generationenübergreifenden Naturerlebnis geworden.


Ich behaupte, mit dem Velofahren passiert genau das Gleiche: Das smarte Velo läuft dem komplizierte Auto den Rang ab, weil es effizient, praktisch und stylisch ist, nicht im Stau steckt und Bewegung oder sogar Sport in den Alltag integriert, statt in die knappen Freizeit würgt.


Geschätzte Kolleg:innen


Das Glarnerland braucht jetzt deutlich mehr, bessere und sichere Velowege, wenn wir Glarus Süd besser erreichbar machen wollen, indem vorne im Kanton weniger Stau ist, weil sich der Verkehrsmix zu Gunsten des Velos verändert.


Und das Glarnerland braucht diese Velowege, wenn wir einen Standort für künftige Steuerzahler:innen sein wollen, die zu uns kommen, um mit dem Velo ihren mobilen Alltag zu bestreiten, statt mit noch mehr Autos für noch mehr Stau zu sorgen.


Danke, dass Sie sich einen Ruck geben und den Memorialsantrag «Für attraktivere Velorouten» der Landsgemeinde zur Annahme unterbreiten.



Resultat: Der Landrat beschloss die Ablehnung des Memorialsantrags. Die Landsgemeinde wird ihm am 3. Mai 2026 folgen.

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