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Zwei Häuser spannen zusammen

Der Trägerverein der ersten Glarus Pride will den Kauf von Heinrich Hösslis Geburtshaus schnell vorantreiben und stellt die Zusammenarbeit mit dem ersten Clubhaus der Schweiz vor.


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Medienmitteilung Verein «Hössli Haus»

 

An der ersten Mitgliederversammlung waren 30 der insgesamt 50 Mitglieder des Vereins «Hössli Haus» anwesend. Der Präsident, Werner Kälin, blickte zurück auf die erste Glarus Pride im vergangenen Jahr. Die Vereinsgründung geht zurück auf zwei Gruppen: Die eine strebte den Kauf des Geburtshauses des Glarner Vorkämpfers für die gleichgeschlechtliche Liebe, Heinrich Hössli ( 1784 in Glarus; † 1864 in Winterthur) an; die andere hatte Lust, eine Pride in Glarus zu organisieren. «Im OK kamen zehn Menschen zusammen, die einen wohlwollenden Begegnungsort im queeren Rahmen schaffen wollten», erinnert sich Kälin. Die Rechnung ging mit prächtigem Sommerwetter, einem vollen Güterschuppen, ausgebuchten Stadtführungen, bezaubernden Künstler:innen und einem liebevollen Publikum auf. Es reichte sogar für eine Rückstellung für eine künftige Glarus Pride.

 

Hösslis Geburtshaus steht zum Verkauf


2026 konzentriert sich der Verein auf kleinere Aktivitäten. Die aktuelle Hauptaufgabe des neu gewählten Vorstands mit Simon Gisler, Werner Kälin, Sarah Küng und Manfred Müller ist das Nutzungs- und Finanzierungskonzept für Hösslis Geburtshaus in Glarus. Die Besitzerfamilie will es jetzt für 480'000 Franken verkaufen. Dazu der Präsident: «Um das Haus nutzen zu können, braucht es entweder Käufer*innen, die das Haus an uns vermieten, oder finanzielle Mittel, um es selbst zu erwerben. Der Verein verfolgt deshalb sowohl das Fundraising als auch die Käufer:innensuche. Ein Darlehensgeber kann sich vorstellen, das Haus im Miteigentum mit einer weiteren Person zu erwerben, und kann die Hälfte des Kaufpreises bereitstellen.

 

Gemeinsame Nutzung mit dem ersten Clubhaus der Schweiz


An der Mitgliederversammlung präsentierten Peter Hofmann und Sandra Baschnagel vom ersten Clubhaus Schweiz eine gemeinsame Nutzung mit dem Verein «Hössli Haus». Ein Clubhaus ermöglicht Menschen mit psychiatrischer Erfahrung ein selbstbestimmtes und aktives Leben. Das Clubhaus möchte das Haus von Montag bis Freitag tagsüber als Ort für Menschen mit psychischer Erkrankung beleben. «Wir organisieren gemeinsam mit unseren Mitgliedern den Tag, kaufen ein, kochen und essen miteinander, kümmern uns um alltägliche und administrative Dinge», erklärt Peter Hofmann das international erfolgreiche Konzept, das auch Fachpersonen aus dem Kanton Glarus unterstützen. Werner Kälin betont die Vorteile der Zusammenarbeit: «Dadurch kommt eine sichere Miete rein. Das ist wesentlich für die Finanzierung und den Betrieb des Hauses.» Dem Verein «Hössli Haus» würden abends und an den Wochenenden Platz und Zeit bleiben, um das Haus als ruhigen, sicheren und wohlwollenden Begegnungsort für die queere Community und alle Interessierten zu nutzen. Kälin ist auch von den inhaltlichen Synergien überzeugt. «Pathologisierung und Stigmatisierung sind sowohl Teil der Schwulengeschichte als auch heute verbreitet, zum Beispiel im Umgang mit Transpersonen.» Peter Hofmann bestätigt die Verbindung: «Stigmatisierung hat viele Gesichter. Beiden Bewegungen geht es im Kern darum, dass jeder Mensch – unabhängig von seiner Geschichte – einen Ort hat, an dem er wirksam sein kann.»

 

Liebevolle Atmosphäre an der Rosa-Lesung


Im Anschluss an die offizielle Mitgliederversammlung begrüsste der Verein «Hössli Haus» die Autorin, Nationalrätin und LGBTIQ-Aktivistin Anna Rosenwasser und insgesamt 80 Personen als Publikum. Der Andrang im Hotel Post Glarnerhof überraschte den Vereinsvorstand positiv. Rosenwasser las aus ihren Büchern «Rosa Buch» und «Herz». Viele ihrer Texte handeln von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Werner Kälin sagt: «Anna schaffte es mit ihrer zugänglichen, bodenständigen und herzlichen Souveränität, eine wohlwollende und begeisternde Atmosphäre zu schaffen, wie sie an die Stimmung während der Glarus Pride erinnerte. Wir fühlen uns auf dem richtigen Weg.»



Neue und verabschiedete Vorstandmitglieder (v. l. n. r.) mit prominenter Unterstützung: Werner Kälin (Präsident), Eva-Maria Kreis (verabschiedet), Kaj Weibel (verabschiedet), Simon Gisler (neu), Anna Rosenwasser (Gast), Manfred Müller (neu), Sarah Küng (neu).

 

Agenda 2026 Verein «Hössli Haus»


13. Februar: Mitgliederversammlung mit Rosa-Lesung

25. April: Mini.Pride Lichtensteig

28. Juni: Christopher Street Day

6. August: Geburtstag Heinrich Hössli

10. Oktober: Mad Pride Bern

24. Dezember: Todestag Heinrich Hössli



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