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Queere Verbundenheit feiern

Aktualisiert: vor 5 Stunden

Das Toggenburger Städtchen Lichtensteig leuchtet auch 2026 wieder zuoberst auf dem Schweizer Pride-Kalender.


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Medienmitteilung Verein «Hössli Haus»


Keine Frage: Es zieht den Verein «Hössli Haus» aus Glarus wieder an die Mini.Pride nach Lichtensteig. Wer sich untereinander austauschen, verabreden oder zu Fahrgemeinschaften zusammentun will, kann auf Anfrage einer WhatsApp-Gruppe beitreten. Um pünktlich zu den Stadtführungen in Lichtensteig anzukommen, empfiehlt sich die ÖV-Anreise ab Glarus um 11:44 Uhr mit Ankunft in Lichtensteig um 13:01 Uhr.


 

Historische Verbundenheit

 

Nebst einem ÖV-Halbstundentakt verbinden das Glarnerland und das Toggenburg mehrere historische Figuren. Der Toggenburger Huldrych Zwingli (1484-1531) war im 16. Jahrhundert zehn Jahre lang Pfarrer in Glarus. Im 19. Jahrhundert stammen zwei Vorkämpfer der queeren Bewegung aus den beiden Ostschweizer Regionen. Der 1853 im Toggenburg geborene Jakob-Rudolf Forster war der erste Mann in der Schweiz, der es wagte, sich offen als «Urning» zu bekennen – so nannte man damals Homosexuelle. Rund 20 Jahre vor seiner Geburt spielte ein Glarner eine wichtige Rolle bei der Gleichstellung der Liebe in allen ihren Facetten: Heinrich Hoessli publizierte 1836 und 1838 als erster Autor im deutschsprachigen Raum mit «Eros, die Männerliebe der Griechen» ein Werk über die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Liebe.

 

Programm am 25. April 2026 ab 11 Uhr

queerer Marktplatz, Stadtführungen, Podiumsgespräch queer im Sport, Mini-Parade und Streetdance, Pride Speech von NR Franziska Ryser, Drag Show, Afterparty

 

ÖV-Verbindung ab Glarus

11:44 Uhr ab Glarus (Ankunft um 13:01 Uhr)

Ersatzbus wegen Bauarbeiten im Glarnerland

oder im Halbstundentakt nach Lichtensteig

23:56 Uhr letzte Verbindung zurück ins Glarnerland

 

Queer auf dem Land

 

Schon letztes Jahr besuchte eine Glarner Delegation die Mini.Pride, um sich für die Glarus Pride inspirieren zu lassen. Der Präsident des Trägervereins «Hössli Haus», Werner Kälin, erinnert sich: «Auf die Stadtführung und das Podium folgte ein bunter Umzug, an dem sich alle beteiligten: queere und nicht queere, junge und alte, binäre und non-binäre Personen, Menschen mit Behinderung, Einheimische und Auswärtige. In den Gesprächen unter den Teilnehmer*innen wurde klar: Lokale Prides oder Dorf-Prides sind wichtige Zeichen für ein wohlwollendes Zusammenleben. Sowieso in einer Zeit, in der globale politische Entwicklungen die Gleichstellung bedrohen. In der kleinsten gemeinsamen politischen Zelle, im Dorf oder der Gemeinde, können es sich die Menschen nicht leisten, sich gegenseitig aufzuhetzen – sie brauchen einander, damit die Gemeinschaft stark ist.»

 

Wenig später lag an der Glarus Pride vom 5. Juli 2025 genau diese wohlwollende Atmosphäre in der Luft. Dem Geist der beiden lokalen Prides folgt auch die Projektidee in Glarus mit dem Bestreben, das Geburtshaus von Heinrich Hössli (* 6. August 1784 in Glarus; † 24. Dezember 1864 in Winterthur) gemeinsam mit dem ersten Clubhaus der Schweiz zu nutzen. Die Besitzerfamilie will es jetzt für 480'000 Franken verkaufen. Der Verein «Hössli Haus» sucht zu diesem Zweck interessierte Käufer:innen oder Geldgeber:innen.



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