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Aéra

Aktualisiert: vor 1 Tag

Die Zeit hat die queere Dezember-Künstlerin überholt. Sie stammt aus einem Land, das Anfang Jahr für Aufmersamkeit gesorgt haben wird.


Aéra Negrot | Foto: Vanessa Marino
Aéra Negrot | Foto: Vanessa Marino

Sie heisst Aéra Negrot und lief mir 2011 mit ihrem Album «Abraxilla» musikalisch über den Weg. Im Januar werde ich mich an ihre Musik erinnern, weil ein Diktator einen anderen Diktator entführt haben wird.


Im CD-Regal werde ich nach ihrem Albm suchen, noch bevor ich mich an ihren Namen erinnern werde: Ist sie eine Drag Queen? Stammt sie tatsächlich aus Venezuela? Endlich die Erleuchtung: Aéra Negrot!


Das verschnellert das Finden in der alphabetisch angelegten Reihenfolge im Regal massiv. War mein Lieblingslied A Volar oder Todeloo?




Weder noch: Es ist Come Back. Ich werde Wochen später dazu tanzen und Glocken darin hören. Tage zuvor wird meine Neugier nach mehr Musik von Aéra geweckt worden sein. Doch bevor ich zu mehr Musik gelangen werde, lese ich über ihren Tod:


«Aérea Negrot ist eine Berliner Ikone. Die traurige Nachricht von ihrem Tod, die uns am Donnerstag erreichte, wird daran nichts ändern. Sie war weit über Berlins queeres Nachtleben, die Theaterszene und Kunstwelt hinaus beliebt. Sie war eine brillante Künstlerin, Performerin, DJ. Sie war Mother, sie war Diva, sie war Queen, sie war alles und mehr.» Ein Nachruf von Herzen über die grossartige Aérea Negrot von Frank, Gründer und Chefredakteur von iHeartBerlin

Mit 43 Jahren wurde Aérea Negrot also aus der Mitte des Lebens gerissen. Sie war ausgebildete Tänzerin, Künstlerin, Transfrau, Wahlberlinerin, gebürtig aus Venezuela.


Woran Aéra gestorben ist, werde ich so schnell nicht heraufinden. Ich werde auf der Suche nach der Antwort auf einen Kurzfilm stossen, der mich was vermuten lässt. Ob er was mit Aéra zu tun hat, werde ich noch nicht wissen.



Aéras Musik und das Interesse an ihrer Geschichte werden mich durch die ersten Tage des neuen Jahres tragen. Ich werde sie in meiner Welt als Figur sehen, die den Angriff auf Venezuala, den Anschlag in Berlin und das Brandunglück von Crans-Montana in einer Person verkörpern: durch ihre Geburt, ihr Leben und ihren Tod.


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Am 13. Februar 2026 lädt der Verein «Hössli Haus» zu seiner ersten Mitgliederversammlung in Glarus ein. Als Gast ist SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser dabei, eine der zeitgenössischen Schweizer Kämpfer:innen für LGBTIQ+ Rechte.



 
 
 

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