Lola
- die Persianer

- 18. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Feb.
Die Persianer haben Lola frisch entdeckt. Die Künstlerin ist als bisexuell geoutet.
Zuerst gibt's Musik von ihr.
Lola ist im Südosten Londons aufgewachsen. Viel mehr mag ich aus dem Zeit-Artikel «Eine neue Amy Winehouse» nicht verwenden. Ausser ein bisschen noch: Ihr Song Messy sei eine ADHS-Hymne einer ganzen Generation und es sei ja gerade Mode, neurodivers zu sein. Danach geht’s um eine scheinbar hochpolitisierte Frisur linker Frauen, die rechte Männer schlussfolgern liesse, dass sich ihre Trägerinnen immer angegriffen fühlten.
Der Autorin scheint was über die Leber gekrochen zu sein. Passiert uns doch allen mal. Nicht selten bei marginalisierten Menschen, die ihre Lage offen zeigen und unsere Aufmerksamkeit erhalten. Die also erfolgreich mit ihrem «Defizit» sind.
Ich probiere es mal mit dem Standard-Artikel «Sexuelle Selbstermächtigung bitte nur in dünn». Er widmet sich den Reaktionen auf einen von Lolas Songs, der unmissverständlich von Sex handelt. Kritisiert wird die 24-Jährige nicht etwa wegen des Texts, sondern wegen ihres Körpers mit dem Tenor: Sexy Songs sollen von schlanken Frauen gesungen werden. Bodyshaming ist auch unter Schwulen Männern ein weit verbreitetes Phänomen.
Lola Young ist bisexuell, kämpft mit ihrer Kokainsucht und leidet an einer schizoaffektiven Störung. Davon und von ihrem Zusammenbruch an einem Konzert erfahre ich erst Monate nach meinem Artikel hier im Mannschaft-Magazin.
Ganz einfach fällt es mir nicht, über Lola zu schreiben. Es wird einiges über sie erzählt und ich habe den Eindruck, sie fällt ihrer eigenen «Strategie» zum Opfer. Das ist mir aber bereits zu viel an Interpretation. Mehrere ihrer Lieder gefallen mir, ich mag ihre Stimme, ihren Stil und würde mich auch gerne darstellen können, wie sie es tut, ohne neidisch auf sie zu sein.
Gut möglich, dass Lola und ich nicht miteinander zurecht kämen. Verbunden würde ich mich mit ihr vermutlich fühlen allein wegen ihrer Querness, die sie an mir vielleicht nicht erkennen würde. Das ist es, was ich am Queersein mag: Die Verbundenheit ohne den Zwang, sich mögen zu müssen. Und die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können, wenn es darum geht, eine vielfältige Welt zu verteidigen.
Ja, es ist eine gefühlte Gewissheit, eine Erwartung aus meinem eigenen queeren Selbstverständnis, die in Enttäuschung münden könnte, wenn es um die Wurst geht. Aber auch ein Gefühl der Zuversicht durch Zusammengehören. Musik kann auch ein Gefühl der Verbundenheit auslösen: mit allen, die sie mithören.
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Am Samstag, 5. Juli 2025, gibt's die erste Glarus Pride im und um den Güterschuppen beim Bahnhof und Kunsthaus Glarus mit queerer Stadtführung, Lesung aus «Queer Kids», Chorkonzert mit schmaz und Dragshow mit Mono Gamie. Willst du Helfer:in sein? Dann melde dich über das Kontaktformular und dein Einsatz wird eingefädelt.





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