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Eine Zukunft wie Schnee von gestern

Heute ist Abgabetermin für Mitwirkungseingaben zum Überbauungsplan der Beschneinungsanlage «Futuro» in Elm. Ich habe eingegeben und acht weitere Menschen haben es mit mir getan.



Die Klimakrise ist schon seit 50 Jahren bekannt. Sie hat viel mit unserem Energieverbrauch zu tun. Seltsam eigentlich, dass wir die Energiekrise erst seit ein paar Monaten kennen. Doch seltsam ist so einiges – auch Schneekanonen, die «Beschneiungsanlagen» genannt werden und ein Projekt mit dem Namen «Futuro», obwohl es wenig mit Zukunft zu tun hat.


Das Projekt soll mit Schneekanonen den lokalen Tourismus in die Zukunft retten. Einen Wintertourismus in Zeiten steigender Schneefallgrenzen, sinkender Energiereserven und knapper Wasservorräte: Ein Businessplan sieht anders aus.


Und einen Wintertourismus mit Gästen, die lieber mit dem eigenen Auto anreisen, weil es soviel bequemer ist, die Skiausrüstung damit zu transportieren. Dabei verbraucht der Verkehr schon ohne die Elmer Schneekanonen Energie in sträflichen Dimensionen und belastet die Umwelt sogar noch stärker als die Schneekanonen.



Kann man alles machen, ist aber ziemlich blöd. So schön Skifahren auch sein mag: Wenn die Winter wärmer werden, ist dieses Angebot nun mal Schnee von gestern. Was der Winter morgen bringt, könnte zum Beispiel die Ausweitung der Wandersaison sein.


Schliesslich erfreut sich Wandern gerade hoher Beliebtheit. Darin schlummert einiges an Potenzial für Angebote, die den Menschen beibringen, dass sie auf die Umwelt achten, die sie durchstriefen. Am besten gleich Angebote, die nur autofrei buchbar sind, damit die Menschen schon bei der Anreise trainieren, sich rücksichtsvoll statt ignorant gegenüber ihrer Umwelt zu verhalten.


Ein Winterkonzept könnte auch sein, die Natur einfach mal in Ruhe zu lassen, statt mit 145 Schneekanonen noch mehr Kulturland zu zerstören – manchmal sind es auch 130 oder 150.


Jetzt aber Schluss mit Drumherumgedanken und ab zur Eingabe, die ich heute im Gemeindehaus von Glarus Süd vorbeibringen durfte.


Mitwirkungsauflage Überbauungsplan Beschneiungsanlage «Futuro» Elm

Sehr geehrte Damen und Herren


Dem Planungs- und Mitwirkungsbericht entnehmen wir, dass die Sondernutzungsplanung vom Gemeinderat beschlossen und nicht der Gemeindeversammlung vorgelegt wird. Das finden wir, Ihre einheimischen Stammgäste aus der Nachbarsgemeinde, irritierend und regen an, das Geschäft der Bevölkerung von Glarus Süd zur Abstimmung vorzulegen.


Begründung


Das Projekt «Futuro» hat erhebliche langfristige Auswirkungen auf Glarus Süd und den ganzen Kanton Glarus – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Eine basisdemokratische Abstimmung an einer Gemeindeversammlung ist also angezeigt.


Im Abstimmungskampf werden Pro und Contra im Vorfeld und während der Gemeindeversammlung öffentlich dargelegt. Dadurch können sich die Stimmberechtigen von Glarus Süd eine echte Meinung bilden und ist eine offene, ehrliche Debatte über die Gemeindegrenzen von Glarus Süd hinaus möglich.


Um Arbeitsplätze im Glarner Tourismus in Zukunft sicherzustellen und auszubauen, sind zukunftsfähige Angebote zu kreieren, die Gäste von morgen anziehen. Solche Gäste gibt es bereits heute und diese schätzen eine Region, die zur Natur und Landschaft als ihr wertvollstes Kapital Sorge trägt, statt dieses Kapital zerstört.


Eine Konzentration auf das Projekt «Futuro» bindet jedoch die Ressourcen in der Angebots- und Standortentwicklung für ein Produkt, das aufgrund der Klimaveränderung, Wasser- und Energieknappheit sowie Versorgungssicherheit eine zukunftsfähige Entwicklung im wirtschaftlichen und deshalb auch im sozialen und ökologischen Kontext aufhält und sogar verunmöglicht.


Wir danken Ihnen für die Aufnahme unseres Anliegens, das Projekt «Futuro» an einer Gemeindeversammlung zur Abstimmung zu bringen. Dadurch übernehmen Sie die angezeigte Verantwortung und trauen den Stimmberechtigen zu, verantwortungsvoll mitzubestimmen.


Freundliche Grüsse

Ihre einheimischen Stammgäste aus der Nachbarsgemeinde




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