Links und nett bleiben
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- 14. Mai
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Juni
Am 14. Juni 2026 finden im Kanton Glarus gleichzeitig mit den nationalen Abstimmungen auch Landratswahlen statt. In allen drei Gemeinden tritt die SP mit motivierten und engagierten Menschen an.
Nett wie immer, informiert die SP Kanton Glarus über ihre drei Listen in den drei Glarner Gemeinden. Ich selbst bin auch wieder dabei und habe mir ein paar Worte überlegt für ein persönliches Wahlvideo, das es noch nicht gibt und vielleicht nie geben wird.
Meine Schwerpunkte sind Gleichstellung, Alters- und Verkehrspolitik. Ich bin Werner, Pronomen er, 53, aus Ennenda. Ich bin links, schwul, queer und Christ. Falls dir das schon reicht und gefällt, dann wähle mich am 14. Juni wieder für die SP in den Landrat. Liste 1, Gemeinde Glarus, danke. Falls du mehr brauchst: Meine Zuversicht für die Schweiz gibt mir Bruder Klaus und die für den Kanton Glarus Heinrich Hössli. Und stimme bitte nein zur SVP-Initiative und nein zum Abbau des Zivildienstes. Werner Kälin, Landratskandidat (bisher)

von SP Kanton Glarus
Liste 1 in Glarus wählen
In der Gemeinde Glarus kandidieren die beiden Bisherigen wieder: Sarah Küng (Glarus) und Werner Kälin (Ennenda). Auf den insgesamt 18 Listenplätzen kandidieren zusammen mit den zwei Bisherigen zwölf Neue: Carmen Tellenbach (Glarus), Nikolai Jenny (Riedern), Christian Brülhart (Netstal), Scharon Jenny (Glarus), Dennis Bolliger (Netstal), Philipp Eberhard (Riedern), Tina Büttiker (Netstal), Hansjörg Schneider (Netstal), Heidi Jacober (Glarus), Werner Thut (Glarus), Matthias Jacober (Glarus), Manfred Müller (Ennenda).
Für ein stabiles Morgen
Die SP setzt sich im Kanton Glarus für ein stabiles Morgen ein. Das bedeutet, zu fördern, was Bestand hat: faire Löhne für ehrliche Arbeit, bezahlbare Krankenkassenprämien, ein funktionierendes Spital in erreichbarer Nähe und Unterstützung, wenn das Leben aus dem Gleichgewicht gerät. Wir stehen für eine Politik, die bewahrt, was trägt, und dort verbessert, wo der Alltag schwieriger geworden ist. Gesunder Menschenverstand, Fairness und Verantwortung leiten unser politisches Handeln.
Vielleicht stellst du dir ähnliche Fragen wie wir uns: Warum reicht Vollzeitarbeit für immer weniger? Warum ist die Pflege am Limit, die Prämie aber grenzenlos? Warum leisten Frauen so viel, verdienen aber weniger? Oder du stelöst dir andere Fragen, die für ein stabiles Morgen in unserem Kanton und unseren Gemeinden wichtig sind. Rede mit uns darüber – so kommen wir gemeinsam weiter.
Unsere Politik für dich
Für die SP ist zentral: Sicherheitsgefühl im Alltag entsteht, wenn wir uns darauf verlassen können, in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung zu erhalten. Wenn wir auf demokratische Abläufe vertrauen und uns beteiligen können. An diesen sozialdemokratischen Leitlinien orientiert sich die SP-Fraktion im Landrat für die Menschen im Glarnerland. So viel können wir versichern.
Vielen Dank für jede Stimme am 14. Juni 2026.
Transparente Haltung
Um den Wähler:innen die Haltungen der einzelnen Kandidat:innen näher zu bringen, hat die SP Kanton Glarus alle von ihnen aufgefordert, den Fragebogen auf smartvote.ch auszufüllen. Das haben auch die anderen Parteien gemacht, bis auf die SVP. Sie boykottiert die Wahlhilfe.
Meine Smart Spider zeigt, wie links ich bin: sehr links. Gleich links, wie eine meiner Fraktionskolleginnen. Damit bin ich zufrieden, weil diese Aussage über mir Gewissheit gibt, dass mich Menschen dann wählen (können), wenn sie sich meine Politik wünschen. Zudem gibt es genug bürgerliche Stimmen im Landart. Deshalb ist meine Stimme eine Stimme für die Vielfalt.
In der Top 10 meiner Übereinstimmungen sind vier Grüne, drei Junge Grüne und zwei Sozialdemorkat:innen plus ich selbst auf Platz 1. Auf Platz 2 und 3 sind es Junge Grüne mit über 90 Prozent Übereinstimmung. Das passt gut zusammen, weil die SP eine Listenverbindung mit den Grünen / Jungen Grünen eingegangen ist.
Abweisung inklusive
Ob ich es als sehr Linker wieder in den Landrat schaffe, ist bis am 14. Juni unklar. Unterwegs in meinem Dorf (Ennenda) mit meinen Listen-Kamerad:innen zwecks Verteilung von Wahl- und Abstimmungsflyern hiess: «Aufhängen sollte man euch!» Im Nachbardorf (Netstal) war es ein bisschen netter: «Dich wähle ich sowieso nicht!» Es waren beides Mal Männer und ich hätte ihnen versichern können, selbst für ihre verlorenen Seelen zu politisieren. Es wäre überheblich angekommen und gefährlich geworden, also liess ich, im Gegensatz zu ihnen, meinem Reflex keinen freien Lauf.

Dünngesäte Dankbarkeit
Im Kantonshauptort (Glarus) war es netter und weiblicher: «Ich habe schon abgestimmt und brauche Ihre Unterlagen nicht. Danke aber für Ihre Arbeit.» Es war zwar auch eine Abweisung, aber keine Herabwürdigung. Das macht hinsichtlich des Umfangs der Verletzung einen ziemlichen Unterschied.
Linke Politik hat eine Besonderheit: Oft sind die, für die sie ist, die eigenen Wähler:innen. Menschen zum Beispiel, die von Armut betroffen oder gefährdet sind, haben nicht selten nichts am Hut mit Sozialdemokrat:innen. Dabei setzen sie sich konsequent für sie ein. Nach rechts gerutschte bürgerliche Politik hingegen fördert die Angst der Menschen, das Wenige, dass sie haben, wegen anderer, die auch was brauchen, zu verlieren. Die Armutsspiralen-Politik ist das Kalkül, das Rechtsextremismus bewusst fördert. Prominente Beispiele deutsche Randregionen. Ähnlich sieht es in vielen andern Ländern aus.
Schatz Gottes mit dabei
Einem Sozialdemokraten wie mir bleibt also vor allem, standzuhalten, und die Menschen zwar sein zu lassen, wie sie sind, ihre negative Energie aber auch abzuwehren, weil sie meine politische Leistungsfähigkeit für ihre Anliegen gefährdet. Schon klar, dass das arrogant klingen könnte. Gemeint ist es ehrlich und vermutlich habe ich mir das von Jesus an der Bergpredigt aufgelesen.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: «Auge um Auge, Zahn um Zahn.» Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Matthäus-Evangelium (5:38 und 5:39)
Das hingegen, die Gläubigkeit, irritiert manche anderen Sozialdemokrat:innen an mir. Ich kann sie alle beruhigen: Gläubig bin ich erst geworden, als ich aus der Kirche ausgetreten bin. Und gläubig heisst für mich, meine christliche Sozialisierung zu nutzen, statt zu verdrängen. Sie ist ein Schatz Gottes und hat mir schon die eine oder andere Therapie-Stunde erspart. «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» zum Beispiel sagt mir, dass ich andere dann gern haben kann, wenn ich mich selbst gern habe. Oder umgekehrt: Hasse ich mich selbst, hasse ich auch andere – das finde ich für mein Leben und meine Politik nicht erstrebenswert.
Verletzlichkeit und Verrat
Was ich allerdings überhaupt nicht gern habe, sind Grabenkämpfe in meiner geliebten SP, die nach aussen getragen werden und zur Folge haben, dass sie ihre Gegener:innen in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Medien, diffarmieren. Ja, das passiert in den besten Familien, wie die SP ihre Mitglieder auch nennt. Ich erinnere mich an einen Brief an Oliver, in dem ich meine Verbundenheit zu SP so beschrieben habe:
Die SP ist meine politische Heimat, die ich nicht verlassen will, weil sie mich enttäuscht hat. Ich will bleiben, weil innerhalb ihrer Leitplanken genug Raum für meine Entfaltung ist. von Werner in Wallah
Meine Erfahrung mit der SP ist, dass ich und meine Ansichten darin Platz haben. Deshalb gebe ich Sozialdemokrat:innen mit anderen Ansichten auch Platz. Sie gehören zur grösstmöglichen Zahl meiner Verbündeten, auch wenn sie nerven, auch der Streit mit ihnen anstrengend ist. Und ja, die Leidenschaft dahinter macht auch verletzlich.

Genossin Eva Herzogs Interview ist gerade Balsam für meine Seele, obwohl wir vermutlich in anderen SP-Spektren politisieren. Abgesehen davon ist sie miti Abstand erfolgreicher als ich. Mein naiver Wunsch an alle Sozialdemokrat:innen ist im Grunde nur, dass wir keinen Verrat aneinander und an unserer Partei begehen.
Kriminalisierung standhafter Menschen
Gerade jetzt braucht es linke Politik, die sich treu bleibt anstatt, wie bürgerliche Politik, nach rechts zu rutschen, um einem Mob zu gefallen, der faschistischen Fantasien auf den Leim geht. Leider verwundert es gerade nicht, dass der Grosse Rat des Kantons Bern (am 29. März 2026 ging die SVP als Wahlsiegerin hervor) tatsächlich ein mögliches Antifa-Verbot fordert, während über ein Verbot faschistischer und rassistischer Strömungen kein Wort verloren geht. Davon gibt es in der Schweiz eine verstörende Tradition.
Klar darf mensch Gebäude nicht einfach beschädigen, Fenster nicht einfach einschlagen. Dafür können und werden Täter:innen auch bestraft. Genauso darf mensch auch nicht zu Hass aufrufen. Hier erhalten ganze Parteien (die sich verbieten liessen, weil sie Organisationen sind) aber freien Lauf – von Bestrafung keine Spur. Ein Antifa-Verbot hingegen würde ziemlich viele Menschen kriminalisieren, nur weil sie keine Faschisten sind.
Das Protestlied gegen Faschismus heisst «Wehrt euch, leistet Widerstand gegen den Faschismus hier im Land!» Es basiert auf der Melodie des Volks- und Kinderlieds «Hejo, spann den Wagen an», das ursprünglich aus England stammt. Die schriftliche Überlieferung des Kanons setzte im 16. Jahrhundert ein.
Das Lied wurde auch in anderen, auch dem Antifaschismus entgegengesetzten Kontexten verwendet. Die antifaschistische Version von Klaasius berührt mich besonders.
Wehrt euch, gegen all den Hass den sie verbreiten Wehrt euch, gegen ihre Flut von Unwahrheiten Wehrt euch, auf der Strasse und im Netz Wehrt euch, denn nie wieder ist jetzt Wehrt euch, gegen all die rechten Menschenfeinde Wehrt euch, denn sie gehen niemals von alleine Wehrt euch, wenn ihr jetzt schweigt, wacht auf Wehrt euch, wir sind mehr und wir sind laut
Wehrt euch, leistet Widerstand Gegen den Faschismus hier im Land Auf die Barrikaden, auf die Barrikaden Wehrt euch
Wehrt euch, denn schweigen deuten sie als Schwäche Wehrt euch, bevor sie Brandmauer und Mauer brechen Wehrt euch, gegen ihre Ignoranz und Wut Wehrt euch, denn diese Welt braucht Mut Wehrt euch, gegen den Wolf getarnt als Schaf Wehrt euch, damit sich niemals wiederholt, was war Wehrt euch, damit es Frieden für alle gibt Wehrt euch, und singt zusammen dieses Lied







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